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Wort für die Woche

 

 


02. August 2021 (A. Wiebe)

Wie liebe ich schwierige Menschen?

Wie können wir sicher sein, dass wir Gott kennen? Es zeigt sich daran, dass wir seine Gebote befolgen. Wenn jemand behauptet, Gott zu kennen, aber seine Gebote nicht befolgt, ist er ein Lügner und gibt der Wahrheit keinen Raum in seinem Leben. Wer sich hingegen nach Gottes Wort richtet, den hat die Liebe Gottes von Grund auf erneuert, und daran erkennen wir, dass wir mit Gott verbunden sind. Wer von sich sagt, er ´sei mit ihm verbunden und` bleibe in ihm, der ist verpflichtet, so zu leben, wie Jesus gelebt hat. Liebe Freunde, bei dem, was ich euch schreibe, handelt es sich nicht um ein neues Gebot; es ist jenes alte Gebot, das ihr von Anfang an gekannt habt, es ist die Botschaft, die euch verkündet wurde. Und doch ist das, was ich euch schreibe, auch ein neues Gebot – neu, weil das, was es fordert, von Jesus Christus erfüllt wurde und auch bei euch Wirklichkeit geworden ist. Ja, die Finsternis vergeht, und das wahre Licht hat schon zu leuchten begonnen. Wer behauptet, im Licht zu leben, aber seinen Bruder oder seine Schwester hasst, der lebt in Wirklichkeit immer noch in der Finsternis. Doch wer seine Geschwister liebt, ´lebt im Licht und` bleibt im Licht, und nichts kann ihn zu Fall bringen. Wer seine Geschwister hasst, lebt in der Finsternis. Er tappt im Dunkeln umher und weiß nicht, wohin er geht; die Finsternis hat ihn blind gemacht.  

1. Johannes 2, 3-11

  • Gottes Liebe ist eine Liebe wie keine andere!
  • Wir können andere nur so stark lieben, wie wir uns bewusst werden, wie sehr wir selbst geliebt werden!!
  • Gottes Liebe hat ein Ziel und eine verändernde Kraft

26. Juli 2021 (H. Hoevel)

„Aber jetzt, so spricht der HERR, der dich geschaffen, Jakob, und der dich gebildet hat, Israel: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.“

Jesaja 43,1

Unsere Gesellschaft macht in Zeiten von Corona einen enormen Veränderungsprozess durch. Viele Dinge, die bisher Bestand hatten und nicht angezweifelt wurden, stehen nun auf dem Prüfstand. Was bisher Wert hatte, wird oft für wertlos und verachtenswert gehalten. Der Mensch als Person und als Geschöpf Gottes zählt auf einmal nicht(s) mehr. Rassismus und der ablehnende Umgang werden immer stärker. Und in diese Situation hinein spricht Gott und teilt uns mit, dass er uns geschaffen und gebildet hat, und dass wir uns -trotz aller Veränderungsprozesse- nicht fürchten müssen. Denn:

  • Gott hat uns erlöst. Wir sind ihm so wichtig, dass er das Kostbarste, was er hatte -seinen Sohn Jesus Christus- für uns am Kreuz dahingegeben hat. Uns zur Erlösung.
  • Für Gott sind wir keine Nummer sondern wichtige Personen, die er mit Namen kennt und uns damit anspricht.
  • Wir sind Gottes Eigentum. Niemand kann mehr ein Anrecht auf uns anmelden, weil wir Gottes Kinder sind. Keiner ist in der Lage, uns aus der Hand Gottes zu reißen.

Und weil uns das alles gilt, ist es auch unsere Aufgabe, genauso im Sinne Gottes zu handeln und für die Menschen einzustehen, die Gott uns anvertraut hat, sie zu lieben und zu achten und sie mit den Augen Jesu zu sehen.


19. Juli 2021 (D. Neufeld)

Wir sind für Beziehung zu anderen und zu Gott geschaffen. Es gibt die vertikale und horizontale Beziehungsebene. Gott ist Beziehungswesen und wir sind in seinem Ebenbild geschaffen. In der Dreieinigkeit zeigt sich die perfekte Beziehung und Gemeinschaft. Jesus sagt: „Liebt einander, dann werden andere sehen, dass ihr meine Jünger seid.“ In unseren Beziehungen machen wir Gott sichtbar. Wie wir miteinander umgehen zeigt die Liebe Gottes. Und wir haben einen gemeinsamen Auftrag: Zum Shalom, zum ganzheitlichen Frieden in unserer Stadt beizutragen. Wir wollen Kirche für die Stadt sein. Kirche ist herausgerufen für die Stadt. Wir sind Herausgerufene aus der Finsternis ins Licht, für die Stadt.



12. Juli 2021
(H. Priebe)

Dienst ohne Dank?

 „Gib uns mehr Glauben“, bitten die Apostel. Jesus antwortet: Es gibt keine Maßeinheit für Glauben. Im einfachen Vertrauen sind Nachfolger Jesu bereit, zu dienen, wo sie gebraucht werden. Sie schielen nicht auf Dank und Anerkennung und machen die Erfahrung, dass ihr Glaube sich festigt. „Das Höchste meines Leben ist, dir dienen Herr“ - nicht nur ein gern gesungenes Lied, sondern die Lebenshaltung der Christen.


05. Juli 2021 (F. Neuenhausen)

Gottes Barmherzigkeit enthält auch den Auftrag, sie zu kopieren (Lukas 6,20-49)

Barmherzig üben bedeutet, die Ebenen zum Mitmenschen nicht mehr zu verschieben: Ich stehe auf der gleichen Stufe wie meine Mitmenschen. Ich bin nicht besser, gerechter oder richtiger als sie. Nur anders.

Allerdings zeigen die Worte Jesu, wie viel Arbeit am inneren Richter nötig ist und wieviel Radikalität bei seiner Zurückweisung, damit ich aus dem Urteilen, Bewerten und Richten herausfinde. Sich so fundamental auf die Anliegen Jesu stellen, wird die Basis zu Frieden in dieser Welt sein.


28. Juni (M. Röder)

"Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich will euch Ruhe verschaffen."

Matthäus 11, 28

Urlaubszeit: Zeit des langsamer Gehens · Zeit der inneren und äußeren Erholung · Zeit des Genießens, nicht des Konsumierens · Zeit für neue Eindrücke, für einen Perspektivwechsel · Zeit des "Sich-Aufrichtens" · Zeit die Freude am Leben wieder neu zu entdecken · Zeit deinen Nächsten wieder wahrzunehmen · Zeit der Stille, um IHN wieder zu hören · Zeit des erholsamen, ruhigen Gebets

Carpe diem“ · Nutze den Tag


21. Juni 2021 (A. Friesen)

Trägheit: Sündige Erholung oder heilige Faulheit?

Trägheit gilt in der Kirchengeschichte als Todsünde, weil es der Türöffner für weitere Sünden ist. Trägheit des Herzens bedeutet, dass das Innere abwesend ist und das Leben nicht mehr bewusst gelebt wird. Dadurch, dass ein träger Mensch in seinem Herzen nicht mehr aktiv ist, sondern träge, reagiert er allenfalls auf äußere Einflüsse und hat bald keine Kraft mehr, sich gegen Sünde zur Wehr zu setzen.

Gegenmaßnahmen für die Trägheit im Herzen sind ein bewusstes Leben (5. Mose 6,4-5), ein bewusstes Ziel und Prioritäten setzen (1. Kor. 9,25-27), und schließlich mutiges Verantwortung übernehmen. Mutig Verantwortung übernehmen können wir vor allem dann, wenn wir uns der Gnade Gottes und seiner Vergebung im Alltag bewusst sind und uns dadurch die Angst vor Fehlern nehmen lassen.


14. Juni 2021 (F. Meißner)

Was ist eigentlich der Sinn des Christseins?

Viele Leute denken, es ginge vor Allem um die Zeit nach dem Tod. Im Christentum ginge es darum, Menschen zu befähigen in den Himmel zu kommen. Das ist total wahr aber viel zu wenig, viel zu kurz, viel zu jenseitig gedacht. Es geht mindestens so sehr um das Leben vor dem Tod. Gott hat uns nämlich in sein Reich berufen. Unser Leben ist dazu berufen, sein Reich widerzuspiegeln. Jesu Leidenschaft ist das Reich Gottes. Es ist der Kern seiner Verkündigung. Reich Gottes hat zwei Aspekte. Der eine ist: wer an Jesus Christus glaubt, wer in Beziehung mit ihm ist, ist Bürger dieses Reiches. Das ist der Beziehungsaspekt. Darum geht es also einerseits im Christsein: Mit Gott in Beziehung sein. Der zweite Aspekt ist aber genauso wichtig: Es geht um Gottes neue Welt. Gott will sein Reich aufrichten. Das heißt auch, er will die Welt wieder ins Lot bringen. Jesus hat nie nur von einem zukünftigen Reich Gottes gesprochen, sondern er hat deutlich gemacht, dass es in ihm schon begonnen hat. Alles was Jesus tat und sagte, waren Manifestationen, Auswirkungen, Sichtbarmachungen des Reiches Gottes. Und er beauftragt seine Nachfolger, das weiter zu tragen. Diese eingeläutete neue Welt zu verwirklichen. Eingeläutet mit der Auferstehung Jesu. In 1. Kor 15 schreibt Paulus ausgiebig über die Auferstehung und dieser Abschnitt endet mit dem Satz: Haltet daher (weil Jesus Christus über den Tod gesiegt hat, ist die Argumentationslinie) unbeirrt am Glauben fest, meine lieben Geschwister, und lasst Euch durch nichts vom richtigen Weg abbringen. Setzt euch unaufhörlich und mit ganzer Kraft für die Sache des Herrn ein! Ihr wisst ja, dass das, was ihr für den Herrn tut, nicht vergeblich ist. (1. Kor 15,58). Die Sache des Herrn ist sein Reich. Dafür sollen wir uns unaufhörlich und mit ganzer Kraft einsetzen. Wo Gott seine Herrschaft aufrichtet, bedeutet das Freiheit. Freiheit von der Sklaverei beim Auszug aus Ägypten, das ist die Urgeschichte des Volkes Gottes, und es ist auch das Grundverständnis unseres Glaubens: Wir sind Befreite. Das Reich Gottes bedeutet immer Gerechtigkeit. Gott sieht die Not der Unterdrückten, er befreit die Gefangenen, kümmert sich um die Ausländer und sorgt für die Waisen, Witwen und Flüchtlinge. Er steht auf der Seite der Gemobbten und der Opfer. Es ist eine logische Folge, davon auszugehen, dass das auch weiter geschieht, wo Jesus gegenwärtig ist, wo er der Herr ist, wo er im Mittelpunkt steht. Und so bedeutet die Auferstehung Jesu ganz konkret Hoffnung für die Welt. Wir sind diejenigen, die aus dieser Auferstehungskraft heraus leben. Und darum ganz selbstverständlich dem Reich Gottes gemäß leben. Natürlich können wir nicht jede Ungerechtigkeit auf der Welt verändern. Aber wir können sie wenigstens wahrnehmen und in unseren Möglichkeiten versuchen, dem Bösen die Stirn zu bieten. Uns für Gerechtigkeit und Freiheit einzusetzen, weil es die Grundfesten des Reiches Gottes sind. Gott hat uns angeworben, seine Mitarbeiter zu sein, was die Bewahrung und Gestaltung der Schöpfung betrifft. Auf eine ganz wunderbare und letztendlich geheimnisvolle Weise hat er sich entschieden, uns auch an seinem Reich mitwerkeln zu lassen.


07. Juni 2021 (Dr. K. Bensel)

Was leitet dich?

Schafe und Hirten werden in der Bibel sehr häufig erwähnt, weil dies damals im alten Orient wesentlich zum Leben in der Landwirtschaft gehörte. An vielen Stellen werden die Hirten aber auch sinnbildlich gebraucht. Das Hirtenbild wird in der Bibel und auch im Buch Hesekiel auf die Menschen übertragen, die im Staat oder auch in der Kirche eine Leitungsfunktion haben. Schließlich wird das Hirtenbild für Gott und im Neuen Testament auch für Jesus verwendet. Hesekiel übt deutliche Kritik an den Hirten des Volkes. Damals wie heute kann man das Gefühl bekommen, dass „die da oben“ ihre Macht nur für sich selbst gebrauchen. Dieses Bibelwort hält aber nicht nur „den Mächtigen“ einen Spiegel vor, sondern jeder Einzelne muss sich fragen lassen:

  • Was treibt dich an?
  • Was sind die (heimlichen) Hirten deines Lebens?
  • Welche Einflüsse des Zeitgeistes prägen dich?

Trends, die unser Denken und Verhalten bestimmen:

  • Der Trend, sich nicht festlegen (können/wollen). Mit dem Begriff der „Multioptionsgesellschaft“ werden einerseits die vielen Wahlmöglichkeiten beschreiben, andererseits aber auch der Trend zur Beliebigkeit.
  • Der Trend, sich ständig zu viele Sorgen zu machen.
  • Der Trend zur Selbstbespiegelung. Zum alles bestimmenden Leitmotiv wird die Frage: Wie geht es mir? Wie werde ich glücklich? 

Hesekiel 34 verheißt einen guten Hirten. Dieser ist JESUS CHRISTUS (vgl. Johannes 10). Jesus gibt eine umfassende Antwort auf die Trends unserer Zeit. Er ist die Treue in Person. Er gibt eine Antwort auf unsere Sorgen. Wer IHN kennt, wird das Leben haben und damit auch zu sich selbst finden.


31. Mai 2021 (M. Röder)

Den größten Raum nehmen in unserer Gebetspraxis die BITTEN ein - mehr als der DANK. Dabei ließe sich durch ein ausgeglicheneres Verhältnis, auch die eigene Gebetskultur verbessern.

Ein Vorschlag: Legt täglich auf Zettel geschriebene Dankesgründe in eine "DANK-Schale". Dadurch werde ich aufmerksamer in meiner Wahrnehmung, wofür ich GOTT danken kann. Immer mehr Gründe für Dankbarkeit werden so sichtbar: Denn die Schale füllt sich und die Freude wächst. So entdecke ich auch in schwierigen Zeiten das Positive. Nehme ich die Zettel heraus, kann ich sehen "was ER mir doch Gutes getan hat." (Psalm 103, 2)


24. Mai 2021 (F. Neuenhausen)

„Ohne den Heiligen Geist ist Gott fern, bleibt Christus in der Vergangenheit, ist das Evangelium ein totes Buch, die Kirche eine Organisation, die Autorität nur Herrschaft, die Mission eine Propaganda, der Kult eine Beschwörung und christliches Handeln eine Sklavenmoral.“

Metropolit Ignatius Hazim

Man muss über das Phänomen Heiliger Geist nicht alles wissen, aber mit ihm rechnen. Der Heilige Geist ist Gott in Aktion. Lukas erklärt mit seinem Bericht, wie es dazu kam, dass aus dem Haufen kraftloser Anhänger Jesu eine nicht zu stoppende Bewegung des Glaubens wurde. Die wichtigste Wirkung des Geistes sieht Lukas vor allem in der entstehenden Einheit der Glaubenden.  Die missionarische Überzeugungskraft entsteht aus dieser Einheit in Liebe.


17. Mai 2021 (M. Röder)

GOTT zappt nicht - Ein Plädoyer für die Verbindlichkeit

„Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.“

1. Korinther 1, 9

Immer mehr christliche Gemeinden klagen über die Unverbindlichkeiten ihrer Mitglieder. Man bleibt, solange die Gemeinde Spaß macht und einem was bringt, am liebsten ohne Eigenleistung. Aber wir Menschen brauchen eine verbindliche, innere Heimat. Gott ist dagegen der Unveränderbare, der Stetige, der Ewige. ER steht zu seinem Wort und zappt nicht durch unser Leben. Auf IHN kann man sich absolut verlassen. Er ist und will kein Lebensabschnittspartner von uns sein.

„Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Matthäus 28, 20

Er ist immer da, in guten wie in schlechten Zeiten. Deshalb ist einer SEINER Namen auch „Treue“ (s. Offenbarung 19, 11). Daher rät uns der treue GOTT, der am besten weiß, wie wir glücklich werden können, zur Verbindlichkeit, nicht nur in christlicher Hinsicht. Das Ergebnis zeigt sich in Selbstsicherheit, Geborgenheit und Stabilität im Leben. Wer Zusagen einhält, dem vertraut man. Wer verlässlich ist, mit dem schließt man gerne Freundschaft, mit dem ist man gerne zusammen. Wer sich an JESUS bindet, den zieht es auch zu einer verbindlichen Gemeinde.

Die Gemeinde wird deshalb oft auch als Körper mit seinen Glieder verglichen. Jedes Körperteil hat eine Funktion und erfährt durch die Koordinierung mit den anderen Halt, Trost, Korrektur und Orientierung, Ermutigung, Nähe, Inspiration und Begegnung. Die Gemeinde GOTTES sollte das Wesen GOTTES widerspiegeln, inmitten einer unverbindlichen Welt.

Ich wünsche mir Christen, die trotz Corona, verbindliche Glieder der Gemeinde sind, die den Faden nicht abreißen lassen, die gleich wieder da sind, wenn es mit den Präsenz-Gottesdiensten wieder los geht, auf die man sich verlassen kann, wenn mit angepackt werden muss/soll, die im Gebet und mit ihren Gaben für die Gemeinde da sind, die das Wesen GOTTES in ihrem Leben praktisch widerspiegeln.

aus "IDEA 17/2021"


10. Mai 2021 (M. Röder)

„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deinem ganzen Denken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“

Matthäus 22, 37-39

GOTTESLIEBE - NÄCHSTENLIEBE - SELBSTLIEBE... Bei der Betrachtung der 3 Liebesgebote möchte ich mal von hinten anfangen.

Die SELBSTLIEBE

Die Selbstliebe meint nicht den puren Egoismus. Wir als Menschen sind von Gott gewollte Individuen. Wir dürfen und müssen so sein wie wir sind und werden von IHM auch so akzeptiert. Ansonsten würden wir immer nur versuchen dem Bild Anderer gerecht zu werden und verlieren dabei unsere Persönlichkeit. Nur auf diesem Weg sind wir glaubhaft und belastbar und werden dadurch frei, uns persönlich für die Gottesnachfolge zu entscheiden.

Die NÄCHSTENLIEBE

Mein Recht auf individuelle Entfaltung, das ich in Anspruch nehme, muss ich auch meinem Nächsten einräumen. "Alles, was ihr von den anderen erwartet, das tut auch ihnen." (Matthäus 7, 12) Somit hebst Du den Anderen auf Dein Niveau und verhinderst Überheblichkeit. Das klassische Beispiel: Der barmherzige Samariter in Lukas 10, 25–37. Toleranz - eine Variante der Nächstenliebe.

Die GOTTESLIEBE

Was ich für mich in Anspruch nehme, muss ich auch Gott zubilligen. Ich kann nicht von Gott erwarten, dass Er so ist, wie ich ihn gerne hätte oder dass er nur Erfüllungsgehilfe meiner Wünsche ist. Ein oft genannter Grund, dass jemand nicht an Gott glauben kann, ist, dass er dieses oder jenes nicht hätte zulassen dürfen, wenn es ihn denn gäbe. Auch ER ist einzigartig und kann nicht unter Druck gesetzt oder belehrt werden. Unsere entscheidende Liebe zu Gott ist, dass man auch wenn man Seine Anwesenheit nicht spürt oder seine Wege nicht begreift, dennoch gewiss sein darf, dass ER uns liebt. Gott hat nicht nur die Liebe, Gott ist die Liebe. Gottes Liebe ist unermesslich, unerschöpflich, sie hört niemals auf. Seine Liebe ist größer als unsere Schuld.

Diese drei Liebesgebote stellt Jesus auf ein Niveau - wie kommunizierende Röhrchen. Der Ort der Gottesbegegnung ist der Nächste und ist in mir. Wo ich meinen Nächsten liebe oder mich selber akzeptiere, da begegne ich Gott.

„Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.“

Römer 13, 10


03. Mai 2021 (M. Röder)

"Unterbrich mich nicht" - Dialog zum Vaterunser

Beter: "Vater unser, der du bist im Himmel ..."

Gott: "Ja?"

Beter: "Unterbrich mich nicht! Ich bete!

Gott: "Aber du hast mich doch angesprochen!"

Beter: "Ich dich angesprochen? Äh ... nein, eigentlich nicht. Das beten wir eben so: Vater unser im Himmel!"

Gott: "Da, schon wieder! Du rufst mich an um ein Gespräch zu beginnen, oder? Also, worum geht's?"

Beter: "Geheiligt werde dein Name ..."

Gott: "Meinst du das ernst?"

Beter: "Was soll ich ernst meinen?"

Gott: "Ob du meinen Namen wirklich heiligen willst? Was bedeutet denn das?"

Beter: "Es bedeutet ... es bedeutet ... meine Güte, ich weiß nicht, was es bedeutet. Woher soll ich denn das wissen?"

Gott: "Es heißt, dass du mich ehren willst, dass ich dir einzigartig wichtig bin, dass dir mein Name wertvoll ist."

Beter: "Aha, hm, das verstehe ich. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel also auch auf Erden ..."

Gott: "Tust du das wirklich?"

Beter: "Dass dein Wille geschieht? Natürlich! Ich gehe regelmäßig zum Gottesdienst, ich zahle Kirchensteuer und Missionsopfer."

Gott: "Ich will mehr: dass dein Leben in Ordnung kommt, dass deine Angewohnheiten, mit denen du anderen auf die Nerven gehst, verschwinden, dass du von anderen her und für andere denken lernst: dass allen Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, auch dein Vermieter und dein Chef. Ich will, dass Kranke geheilt, Hungernde gespeist, Trauernde getröstet und Gefangene befreit werden. Denn alles, was du diesen Leuten tust, tust du dann für mich."

Beter: "Warum hältst du das ausgerechnet mir vor? Was meinst du, wie viel stinkreiche Heuchler in den Kirchen sitzen? Schau die doch an!"

Gott: "Entschuldige, ich dachte, du betest wirklich darum, dass mein Herrschaftsbereich kommt und mein Wille geschieht. Das fängt nämlich ganz persönlich bei dem an, der darum bittet. Erst wenn du dasselbe willst wie ich, kannst du ein Botschafter meines Reiches sein."

Beter: "Das leuchtet mir ein. Kann ich jetzt mal weiterbeten? Unser tägliches Brot gib uns heute ..."

Gott: "Du hast Übergewicht, Mann! Deine Bitte beinhaltet die Verpflichtung, etwas dafür zu tun, dass die Millionen Hungernden dieser Welt ihr tägliches Brot bekommen."

Beter: "Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern ..." Gott: "Und dein Arbeitskollege?"

Beter: "Jetzt fang auch noch von dem an! Du weißt doch, dass er mich öffentlich blamiert; dass er mir jedes Mal dermaßen arrogant gegenüber tritt, dass ich schon wütend bin, bevor er seine herablassenden Bemerkungen äußert. Das weiß er auch! Er nimmt mich als Mitarbeiter nicht ernst, er tanzt mir auf dem Kopf herum, dieser Typ hat ..."

Gott: "Ich weiß, ich weiß! Und dein Gebet?"

Beter: "Ich meine es nicht so!"

Gott: "Du bist wenigstens ehrlich. Macht dir das eigentlich Spaß, mit so viel Bitterkeit und Abneigung im Bauch herumzulaufen?"

Beter: "Es macht mich ganz krank."

Gott: "Ich will dich heilen. Vergib ihm doch, und ich vergebe dir. Vielleicht vergebe ich dir auch schon vorher. Dann sind Arroganz und Hass seine Sünde und nicht deine. Vielleicht verlierst du Geld; ganz sicher verlierst du ein Stück Image. Aber es wird dir Frieden ins Herz bringen."

Beter: "Hm, ich weiß nicht ob ich mich dazu überwinden kann."

Gott: "Ich helfe dir dabei!"

Beter: "Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen ..."

Gott: "Nichts lieber als das. Melde bitte Personen oder Situationen, durch die du versucht wirst."

Beter: "Wie meinst du das?"

Gott: "Du kennst doch deine schwachen Punkte: Unverbindlichkeit, Finanzverhalten, Sexualität, Aggression, Erziehung. Gib der Versuchung keine Chance."

Beter: "Ich glaube, dies ist das schwierigste Vater-unser, das ich je betete. Aber es hat zum ersten Mal etwas mit meinem alltäglichen Leben zu tun."

Gott: "Schön! Wir kommen vorwärts. Bete ruhig zu Ende."

Beter: "Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen." Gott: "Weiß du, was ich herrlich finde? Wenn Menschen wie du anfangen mich ernst zu nehmen, echt zu beten, mir nachzufolgen und dann das zu tun, was mein Wille ist. Wenn sie merken, dass ihr Wirken für das Kommen meines Reiches letztlich selbst glücklich macht."

         Clyde Lee-Hereng 


26. April 2021 (M. Röder)

Ein 3-beiniger Tisch wackelt nicht

Das wissen wir alle, dass ein Tisch mit 3 Beinen nie wackeln kann. Einzig die Tischplatte kann in Schieflage geraten, wenn ein Bein kürzer ist als die anderen, aber der Tisch selber kann nicht umfallen. Dieses Prinzip habe ich auch in der Bibel oder auch in unserem idealen Christsein wiedergefunden.

Die Trinität, die gleiche Wertigkeit von Vater - Sohn - Heiliger Geist; Glaube - Liebe – Hoffnung, die christlichen Tugenden   (s. 1. Korinther 13,13); Selbstliebe - Nächstenliebe – Gottesliebe, die Vielfalt der Liebe (s. Matthäus 22,34 – 40)

Ergänzend dazu möchte ich das „Gebet“ in einen Dreiklang mit „Wort und Tat“ bringen (s. vorherige „Sonntagsgrüße“): Wort - Tat - Gebet.

Keine dieser Handlungen kann ohne die anderen seine volle Wirkung zeigen  -  weder die Verkündigung allein, noch die Tat oder das Gebet.

»Menschen, die beten, sind wie Seeleute in einem Schiff. Sie haben dieses mit einem Seil am Ufer festgemacht. Jetzt ziehen sie mit allen Kräften an dem Seil. Das Ufer bewegt sich nicht, wohl aber das Schiff. Es nähert sich der rettenden Sicherheit des Ufers.«

Ein m.E. guter Vergleich. Das Gebet: eine uns verändernde Verbindung zu Gott. Beten hat nicht Macht über Gott, aber durch die Verbindung zu IHM, kommen wir in Bewegung.

„Das Gebet verändert Gott nicht, aber es verändert denjenigen, der betet“

Sören Kierkegaard

Gottes Antworten auf unsere Gebete entsprechen oft nicht unseren Vorstellungen. Aber durch unsere Gebete sollten wir Gott die Möglichkeit geben nicht unsere Mitmenschen oder Umstände zu verändern, sondern uns.

„Ich bat Gott um Stärke, aber er machte mich schwach, damit ich Bescheidenheit und Demut lernte. Ich bat Gott um Hilfe, um große Taten zu vollbringen. Er machte mich kleinmütig, damit ich gute Taten vollbrachte. Ich bat um Reichtum, um glücklich zu werden. Er machte mich arm, damit ich weise wurde. Ich bat um Dinge, damit ich das Leben genießen könne. Er gab mir das Leben, damit ich alle Dinge genießen lerne. Ich erhielt nichts von dem, was ich erbat – jedoch alles was gut für mich war. Gegen mich selbst wurden meine Gebete erhört. Ich bin unter allen Menschen ein gesegneter Mann!“

Unbekannter Soldat

Bei allem dürfen wir aber gewisse sein, dass GOTT derjenige ist, an dem wir uns immer wieder orientieren und ausrichten dürfen und dessen Treue, Liebe und Leitung uns von IHM zugesagt ist.

„Denn des HERRN Wort ist wahrhaftig; und was er zusagt, das hält er gewiss.“

Psalm 33,4

„Gott erfüllt nicht alle unsere Wünsche, aber alle seine Verheißungen“.

 Dietrich Bonhoeffer


19. April 2021 (M. Röder)

Wie stellten sich die Apostel der "österlichen" Aufgabe?

„Durch die Hände der Apostel geschahen viele Zeichen und Wunder im Volk“

Apostelgeschichte 5, 12

Der Osterglaube der Apostel wird von ihnen in die Tat und nicht nur in Worte umgesetzt. Sie wurden zu „Handlungsreisenden“ in Sachen „Frohe Botschaft“. Wie auch noch heute in den vielen Missionsgesellschaften wird die Tat, wird das Engagement für die Menschen an den Anfang der Verkündigung gestellt. Die Worte der Apostel wurden durch deren Initiative (Zeichen und Wunder) glaubwürdig und sie haben dadurch viele für die Sache Jesu dazugewonnen. Kann man das nicht 1:1 auf heute übertragen? Warum werden so wenige von der „frohen Botschaft“ gepackt? Stimmen vielleicht unsere Worte oder unser Verhalten nicht mit unseren Taten überein? Oder wird bei uns mehr gesprochen und vorgeschrieben als gehandelt?

Zwei Möglichkeiten für uns Christen - für unsere Gemeinde:

Wir sollten zu „Handlangern“ Jesu werden. Sprich: wir sollten Handreichungen für Jesus ausführen. „Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit heute zu tun.“

Wir sollten von der „Hand-in-den-Mund“ leben. Sprich: wir sollten erst das in den Mund nehmen, was wir vorher in den Händen hatten. Nicht belehren überzeugt, sondern unsere Weise zu leben.

„Eine Predigt ist keine Tat, aber eine Tat eine Predigt"

Johannes Daniel Falk (1768-1826)

Niemand muss dann den anderen noch belehren, keiner braucht seinem Bruder mehr zu sagen: ›Erkenne doch den Herrn!‹ Denn alle -vom Kleinsten bis zum Größten- werden erkennen, wer ich bin.

„Ich vergebe ihnen ihre Schuld und denke nicht mehr an ihre Sünden. Mein Wort gilt!“

Jeremia 31, 34


12. April 2021 (M. Röder)

Der HERR ist auferstanden!!! - und jetzt? Durch Jesu Auferstehung zu Ostern hat Gott eines seiner wesentlichen Versprechen eingelöst. 

"Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben."

Johannes 3,16

Damit ist aber auch ein Abschnitt zu Ende gegangen. Das Leben und Wirken Jesu auf Erden hat seinen „krönenden“ Abschluss gefunden. Ab jetzt haben wir dafür die Verantwortung, dass SEIN Wort und Geist in die Tat umgesetzt werden. Wir wurden durch IHN zu seinen Erben eingesetzt, um in seinem Sinn zu handeln.

"Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi."

Römer 8,17a

Das ist unsere Aufgabe: Unseren Osterglauben durch unser Christsein in die Welt hinein wirken zu lassen. Wir sollten „österliche“ Menschen werden:

Ostern in den „Beinen“ haben: wie Jesus - auf unseren Mitmenschen zugehen - Entgegenkommen zeigen - ihn begleiten

Ostern in den „Händen“ haben: wie Jesus - helfen, wo Hilfe gebraucht wird - die Hand entgegenstrecken - trösten

Ostern in den „Augen“ haben: wie Jesus - die Augen offen halten - sehen, wo Anerkennung und Liebe gebraucht wird - die ansehen, die sonst gerne übersehen werden

Ostern im „Herzen“ haben: wie Jesus - den Menschen offen begegnen - tiefe Freude ausstrahlen - ehrliche Anteilnahme an Deinem Nächsten zeigen

Als solche „österliche“ Menschen können/sollen wir unsere Osterfreude vorleben und weitergeben, damit wir gefragt werden: „Erzähl mir von Deinem Glauben!“ Dann dürfen wir auch Ostern auf den „Lippen“ haben, um zu erzählen, was Jesu Tod und Auferstehung für uns bedeutet.


 05. April 2021 (M. Röder)
Ostern01

Als Gemeinde Jesu feiern wir seinen Tod, aber auch seine Auferstehung. JESUS: Vom Kreuz zum Mittelpunkt unseres Glaubens.

„Nehmt und esst, das ist mein Leib“ - „Nehmt und trinkt, das ist mein Blut“

Am Abend vor seinem Tod bietet Jesus sich an als: Nahrung, Wegzehrung, Kraftquelle

„Es ist vollbracht“

Jesu Hingabe am Kreuz, als Leiden für und mit uns. Hier zeigt sich Jesu „Sym-pathie“( Mit-Leiden), an die wir glauben. In seinem Tod ist unser Leben. Durch IHN wird Vergebung und neues Leben erst möglich. In der Zeit des Zweifelns den Glauben und das Vertrauen neu definieren und neu erlernen.

 „Ich habe den HERRN gesehen!“

Jünger, Frauen und Anhänger haben IHN gesehen und doch nicht direkt erkannt. Erst durch SEINE Reden wurden ihnen die Augen geöffnet, sodass sie sagen konnten: „Ja - er ist es!“

Vom Wiedererkennen zur Ostererkenntnis. Aus der Verzweiflung zur Osterfreude... Lasst Euch zu einem aufgeweckten Leben durch den auferweckten Christus ermutigen.


29. März 2021 (M. Röder)

Den heutigen Sonntag nennt man Palmsonntag, und es ist der letzte Sonntag vor Ostern, der die Fastenzeit beendet. Palmsonntag deshalb, da Jesus auf einem Esel in das mit Palmblättern geschmückte Jerusalem einzog. Zu diesem Thema möchte ich heute ein paar Gedanken äußern, die ich schon mal am 14.4.2019 im Gottesdienst vorgetragen habe. Aber sie sind nach wie vor aktuell.

So  ein  Esel

»Man muss schon ein Esel sein, wenn man sich heutzutage in der Gemeinde engagiert!« »Stimmt genau«, werden diejenigen denken, die vieles an der Gemeinde auszusetzen und sich deshalb von ihr abgesetzt haben. »Stimmt genau«, sage auch ich, nachdem ich mir die Geschichte vom Einzug Jesu in Jerusalem näher angeschaut habe. Ein Esel hat Jesus damals zu den Leuten getragen - und so lässt sich auch umschreiben, was zu allen Zeiten die Aufgabe der Christen und der Kirche sein wird: Jesus zu den Menschen tragen, sein Evangelium unter die Leute bringen.

Ein Esel als Vorbild für die Gemeinden und ihre Gläubigen - ein amüsanter und interessanter Gedanke. Mir gefällt er, weil der Esel zwei charakteristische Eigenschaften besitzt, die wir nur schwer zusammenbringen. Den Esel kennzeichnet zum einen seine schon sprichwörtliche Geduld, und zum anderen gilt er als störrisches, eigenwilliges Tier. Gerade diese Mischung könnte den Reiz eines christlichen Lebens ausmachen: Auf der einen Seite die Geduld, Lasten und Belastungen in der Familie oder im Beruf täglich auf sich zu nehmen und durch zutragen, die eigenen Grenzen zu akzeptieren und dennoch an sich zu arbeiten. Und auf der anderen Seite störrisch sein dürfen; protestieren, wenn innerhalb und außerhalb der Gemeinde Leben nicht zur Entfaltung kommen darf; kritisch und unbequem sein, wenn Ungerechtigkeiten stillschweigend übergangen werden. Oft sind es ja gerade die Störrischen, die uns durch ihren Widerstand zwingen, inne zuhalten und die Dinge genauer zu betrachten, und die uns dadurch eher vorwärts bringen als die, die nur »iah!« sagen und mitlaufen. Da bei uns Menschen diese beiden Eigenschaften leider meist nicht zusammen auftreten, wünsche ich mir eine Gemeinde, in der solche und solche ›Esel‹ einen Platz haben. Und wenn dann einer zu mir sagen würde: »Man muss schon ein Esel sein, wenn man sich heutzutage in der Gemeinde engagiert«, dann könnte ich schmunzeln und sagen: »Stimmt genau!«

W.Raible


22. März 2021 (M. Röder)

Ich freue mich auf Ostern!

Nach der Fastenzeit, der Zeit der Konzentration und des „In-sich-gehens“ rückt das Ziel „Ostern“ immer näher. Karfreitag, der Tag, an dem Jesus auf Golgatha sich für uns ans Kreuz schlagen ließ und damit unsere Schuld auf sich nahm, dieser Tag sollte für uns ein Tag der Dankbarkeit sein. Ostersonntag, mit der Gewissheit, dass ER wieder auferstanden ist, dürfen wir dann Ostern feiern. Die Kraft Gottes ist stärker als der Tod. Aber was ist mit dem Samstag, dem Tag zwischen Tod und Auferstehung? Was lehrt uns der Ostersamstag?

Wir wissen heute, dass Christus auferstanden ist, aber an jenem Samstag war für seine Jünger die Auferstehung ja noch keine Realität. Für sie war der Tag nach der Kreuzigung eine Zeit der inneren Zerrissenheit. Die Frauen, die zum Grab gingen, um Jesus einzubalsamieren und Ihn nicht fanden, und die Jünger, die nach Jesu Kreuzestod verunsichert waren, sich einschlossen und ihr bisheriges Leben und ihre Entscheidung mit Jesus zu gehen in Frage stellten. Wahrscheinlich waren sie alle enttäuscht, niedergedrückt und desorientiert.

Diese Zeit des Zweifelns ist für keinen von uns unbekannt. Die Zweifel in meinem Leben, die dunkleren Stunden, meine Glaubensstarrheit, die Entwicklung meiner Zukunft oder anstehende Entscheidungen? Wir sind unsicher und die Zukunft liegt noch nebulös vor uns. Entscheide ich mich richtig? Höre ich Gottes Stimme, oder vermeine ich sie nur zu hören, da meine eigenen Wünsche und Gedanken Überhand nehmen? In dieser Zeit des Zweifelns darf ich ganz neu meinen Glauben weiter entwickeln und vertiefen. Während des (Ver-)Zweifelns lerne ich glauben und vertrauen.

Wir haben es besser als damals die Jünger. Wir wissen, dass Er lebt und auferstanden ist. In den dunkelsten Stunden sehen oder spüren wir schon das Osterlicht - das "Happy End".

Und deshalb darf ich mit voller Überzeugung und festem Glauben sagen: Ich freue mich auf Ostern, denn Christus der HERR ist auferstanden.


15. März 2021 (M. Röder)

Stille vor Dir,mein Vater. Neue Stille vor Dir, suche ich, HERR. Stille vor Dir ist Friede und ich staune, oh HERR, reden wirst Du. Stille vor Dir will schweigen und ich öffne mein Herz nun für Dein Wort. Stille vor Dir, ich höre. Rühre mich an durch Dein Wort. Stille vor Dir ist Gnade. Aus der Stille vor Dir schöpfe ich Kraft. Stille vor Dir, ich höre. Rühre mich an durch Dein Wort. Rede Du mein Vater, heute zu mir, Worte der Wahrheit kommen von Dir. Rede du, mein Vater, heute zu mir. Du willst mich beschenken. HERR hab' Dank dafür.

aus: Feiern & Loben

Heute würde ich gerne ein paar Gedanken zu einem Ursprung von Gelassenheit äußern, der Stille. Die Ruhe/Stille ist nicht gleichzusetzen mit „Leere" oder „Langeweile". Wenn dem so sein sollte, hat man den Sinn dieser (Fasten-)Zeit nicht verstanden. Ruhe und Stille sind nämlich alles andere, sie sind „gefährlich" (im positiven Sinne). Man kommt ins Grübeln und sucht Abstand zu Situationen. Man entdeckt vielleicht die eigene, jetzt bewusst gewordene, Unzufriedenheit oder auch Unzulänglichkeit. Man sollte zur Ruhe kommen, um wieder hören zu können …auf Gottes Ratschläge. „Stille vor Dir, ich höre.“

Ruhe und Stille sind eigentlich, richtig genutzt, Aktivität pur. Man gibt sich und Gott die Möglichkeit aktiv zu werden.

„Die unbequemste Art der Fortbewegung ist das In-Sich-Gehen"

Karl Rahner

Dadurch ergeben sich Freiräume, in denen ich beweglich werde. In diesem Ruheraum darf ich aber auch anhand des Daseins Gottes Sicherheit und Geborgenheit erfahren. Ich fühle mich von IHM nach Geist, Seele und Leib versorgt. „Aus der Stille vor Dir schöpfe ich Kraft.“

Unser Glaube und das Vertrauen zu Gott sind die ultimativen Schlüssel zur Ruhe und Gelassenheit. Dafür müssten wir aber auch bereit sein, den Blick auf unser „Inneres" zu richten. Sind wir überhaupt zu Hause? Ist bei uns vielleicht nichts los? Verstecken wir uns nur in uns? All diese Möglichkeiten und noch viele mehr sind in uns. Lasst uns bewusst zu Hause mal aufräumen, abstauben und wenn nötig auch ausmisten. Seien es Gedanken, Ansichten, Argumente oder auch Einstellungen. Gebt der „Stille Gottes“ eine kreative Chance. Aber Achtung: „In-Sich-Gehen" kann mit Veränderungen verbunden sein.

Ich wünsche uns allen eine gesegnete und aktive Woche mit den Worten von Karl Valentin:

„Heute besuche ich mich, hoffentlich bin ich daheim."


08. März 2021 (M. Röder)

"Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit; sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit; ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit; heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit; bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit; lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit; tanzen hat seine Zeit."

Prediger 3, 1-4

Gelassenheit - ein Begriff, der auch sehr gut in die Fastenzeit passt. Sich von Stress, Anspannung, Hektik und Ungeduld versuchen zu lösen durch Gelassenheit - nicht zu verwechseln mit Schicksalsergebenheit.

Gelassenheit erzeugt Freiräume, da man nicht unter Zugzwang ist.

  • Engagierte Gelassenheit - man kann sich einsetzen, helfen und zupacken, wenn es nötig ist
  • Erhabene Gelassenheit - wenn unsere geistlichen oder auch physischen Kräfte nicht ausreichen, dürfen wir loslassen und auf Gottes Hilfe vertrauen
  • Geistliche Gelassenheit - wir dürfen auf Gottes Liebe zu uns vertrauen, selbst in "dunkleren" Zeiten. Auch Jesus am Kreuz vertraute sich Gott an und überließ IHM seine Zukunft: „Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ (Lukas 22, 42). Wie viele Christen haben erleben dürfen/müssen: "Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand" (Arno Pötzsch)

Diese unsere Gelassenheit und Vertrauen Gott gegenüber verhilft IHM, in und durch uns wirken zu können, da wir IHM den nötigen Freiraum oder auch unsere Beweglichkeit zur Verfügung stellen dürfen. Hierdurch wird auch die Wechselbeziehung der Gottesliebe zwischen Gott und uns sichtbar.

So lasst uns unser Leben, sowohl geistliches als auch weltliches, unter dem Eindruck der Gelassenheit leben und gestalten.


01. März 2021 (M. Röder)

Passionszeit - Der Weg beginnt

40 Tage vor Ostern, der Auferstehung Jesu, beginnt die Passionszeit. Dies ist die Zeit der Vorbereitung und des "Sich-Konzentrierens" auf Jesu "Comeback" zu Ostern. Diese Zeit gibt uns die Gelegenheit zur Besinnung und zur Konzentration auf das Wesentliche. Stimmt unsere Einstellung noch zu dem Leben, das wir von Gott zur Verfügung gestellt bekommen haben? Gehen wir bewusst genug mit den Gaben um, die Er uns gegeben hat, ob geistiger, persönlicher oder auch wirtschaftlicher Art? Vielleicht müssen wir eingefahrene Wege verlassen, einen Perspektivwechsel vornehmen oder auch erst einmal Abstand gewinnen?

„Du musst nicht selbst um den Sinn deines Lebens kämpfen, sondern dir ist schon Lebenssinn zugesprochen; daher gestalte dein Leben in Verantwortung.“

Dr. Margot Käßmann

Diese Zeit gibt uns auch Gelegenheit zum Verzicht (Fastenzeit). Hierbei geht es nicht nur um materiellen Verzicht. Es geht auch um sozialen Verzicht, wozu wir ja momentan gezwungen werden. Durch Verzicht wird eine zukünftige Verfügbarkeit wieder zum Hochgenuss (s. z.B. die fehlenden Präsenz-Gottesdienste). Indem wir auch immer mehr in unsere Zeit packen, wird diese knapp, und es entsteht eine Hektik, die den Sinn und die Qualität unseres Lebens erheblich einschränkt. Zudem wird die uns verfügbare Zeit durch Verzicht auch ein wenig "entrümpelt". So kann man auch wieder lernen Freizeit zu genießen.

Lasst uns diese Zeit als ein "Sich-in-Frage-stellen" nutzen, etwa nach…

"Wenn ihr für IHN lebt und das Reich Gottes zu eurem wichtigsten Anliegen macht, wird ER euch jeden Tag geben, was ihr braucht."  

Matthäus 6, 33

Diese Zeit der Einkehr sollte von uns nicht als Untätigkeit verstanden werden. Also: Keine Angst vor Veränderungen!


22. Februar 2021 (M. Röder)

„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“

Matthäus 5, 13-16

„Ein Seifenfabrikant sagt zu einem Christen: ‚Das Christentum hat nichts erreicht. Obwohl es schon bald 2000 Jahre gepredigt wird, ist die Welt nicht besser geworden. Es gibt immer noch Böses und böse Menschen!‘ Der andere zeigt auf ein ungewöhnlich schmutziges Kind, das am Straßenrand im Dreck spielt, und bemerkt: ‚Seife hat nichts erreicht. Es gibt immer noch Schmutz und schmutzige Menschen auf der Welt!‘ ‚Seife‘, entgegnet der Fabrikant, ‚nützt natürlich nur, wen sie angewendet wird.‘ Darauf der andere: ‚Christsein auch.‘“

Ihr seid das Salz der Erde: Wir haben die verändernde Kraft die Menschen auf den Geschmack zu bringen.

Ihr seid das Licht der Welt: Wir haben das Potential Orientierung und Wegweisung zu geben. Es darf keine Verdunkelungsgefahr bestehen.

Den Inhalt bzw. das Wesen unseres Glaubens weiterzugeben liegt an uns. Das Wort Gottes stellt uns doch alles zur Verfügung. Eine kleine Prise Salz genügt; zu viel macht ungenießbar. Ein kleines Licht genügt; zu viel würde blenden. Wir sollten und dürfen unser Christsein nicht unter Verschluss halten. Wir werden an unseren Taten und nicht an unseren Worten gemessen.


 15. Februar 2021 (M. Röder)

„Werft alle Sorgen auf Ihn, denn er sorgt für Euch!“

1.Petrus 5,7

Durch die momentane Situation ist unsere Welt regelrecht aus den Fugen geraten. Alles ist auf ein Minimum reduziert worden, vor allem unsere sozialen Kontakte und dadurch natürlich auch das Gemeindeleben. Das erschreckt und bedrückt uns alle. Doch in allem dürfen wir uns daran erinnern, dass unser Gott all unsere Ängste und Gefühle kennt und Er sich um uns kümmert. Also darf ich all meine Sorgen in Gottes Hand legen. Wir dürfen gewiss sein, dass seine Fürsorge uns alle Tage begleitet. Nicht nur für diese Zeit dürfen wir Gottes Segen erbitten. Segen ist der Zuspruch des Beistandes Gottes. Segen ist deshalb keine selbstständige Macht, sondern ein Wirken Gottes.

„Der Herr, voller Liebe wie eine Mutter und gut wie ein Vater, Er segne Dich, Er lasse Dein Leben gedeihen, Er lasse Deine Hoffnung erblühen, Er lasse Deine Früchte reifen. Der Herr behüte dich, Er umarme Dich in deiner Angst, Er stelle sich vor Dich in Deiner Not. Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir, wie ein zärtlicher Blick erwärmt, so überwinde Er bei Dir, was erstarrt ist. Er sei Dir gnädig, wenn Schuld Dich drückt, dann lasse Er Dich aufatmen und mache Dich frei. Der Herr erhebe sein Angesicht über Dich, Er sehe Dein Leid, er tröste und heile Dich. Er gebe dir Frieden, das Wohl des Leibes, das Heil Deiner Seele, die Zukunft Deinen Kindern.“

Georg Kugler


08. Februar 2021 (M. Röder)

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“

Psalm 119,105

Licht: wir brauchen es, und wenn es noch so schwach ist, um uns in der Dunkelheit nicht zu verirren, um uns daran zu orientieren und auch um uns dann aus ihr heraus führen zu lassen. Ein noch so kleines Licht lässt uns unsere Schritte in schwierigen Situationen sicher setzen. Im übertragenen Sinne, wir können auf Gottes Licht, d.h. Führung und Hilfe setzen.

Das ist Seine Zusage an uns. Auch wenn uns der erhellte Bereich mitunter relativ klein erscheinen mag, so dürfen wir auf Gottes Wege aus einer schwierigen Situation heraus vertrauen. Es muss keine „Straßenbeleuchtung“ sein, die für alle den Weg erhellt.

„Sein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“

D.h., dass ein jeder von Gott sein persönliches Licht für seinen persönlichen Weg erhält. Unsere persönliche „Erleuchtung“ kann/muss insofern auch keine allgemeingültige Regel sein. Auf Gott und sein Wort vertrauen zu können und unseren Lebensweg gehen, auch wenn wir ihn nicht kennen, das wird uns zugesagt. So wissen wir vielleicht oft nicht, wie Gott uns führt, aber wir dürfen sicher sein, dass er uns führt.

Ein Thema, dass auch in der Predigt von Dave Rose (Allianz-Mission) angesprochen wird:

„Licht in dunklen Tagen!“ nach 1. Petrus 1, 16-21


01. Februar 2021 (M. Röder)

Die Bibel ist für mich u.a. eine Quelle von Ratschlägen oder Verhaltensregeln, wie ich als Christ mein Leben im Sinne Gottes gestalten kann bzw. sollte. So stieß ich beim Lesen auf die Geschichte von der Heilung des Gelähmten

"Einige Tage später kehrte Jesus nach Kafarnaum zurück. Es sprach sich schnell herum, dass er wieder zu Hause war. Da versammelten sich so viele Menschen bei ihm, dass kein Platz mehr war, nicht einmal vor dem Haus. Während er ihnen das Wort Gottes verkündete, wurde ein Gelähmter gebracht; vier Männer trugen ihn. Sie wollten mit ihm zu Jesus, doch es herrschte ein solches Gedränge, dass sie nicht zu ihm durchkamen. Da deckten sie das Dach über der Stelle ab, wo Jesus sich befand, und machten eine Öffnung, durch die sie den Gelähmten auf seiner Matte hinunterließen. Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: »Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!« Einige Schriftgelehrte, die dort saßen, lehnten sich innerlich dagegen auf. »Wie kann dieser Mensch es wagen, so etwas zu sagen?«, dachten sie. »Das ist ja Gotteslästerung! Niemand kann Sünden vergeben außer Gott.« Jesus hatte in seinem Geist sofort erkannt, was in ihnen vorging. »Warum gebt ihr solchen Gedanken Raum in euren Herzen?«, fragte er sie. »Was ist leichter? Zu dem Gelähmten zu sagen: ›Deine Sünden sind dir vergeben‹ oder: ›Steh auf, nimm deine Matte und geh umher!‹? Doch ihr sollt wissen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben.« Und er wandte sich zu dem Gelähmten und sagte: »Ich befehle dir: Steh auf, nimm deine Matte und geh nach Hause!« Da stand der Mann auf, nahm seine Matte und ging vor den Augen der ganzen Menge hinaus. Alle waren außer sich vor Staunen; sie priesen Gott und sagten: »So etwas haben wir noch nie erlebt.«"

Markus 2, 1-12

Dabei sind mir zwei wesentliche Punkte aufgefallen:

1. Jesus sieht den Kranken an, und nur aufgrund seines Glaubens heilt er ihn. Er stellte keinerlei Fragen (wer bist du, woher kommst du), er stellte keine Bedingungen (zuerst musst du dieses oder jenes tun oder erfüllen) oder sagte: stell dich hinten an. Und dann heilte er ihn umgehend! Er heilte ihn also absolut vorleistungsfrei, nur aufgrund seines Glaubens!

2. Wir haben hier zwei Gruppen, die jede sehr unterschiedliche Rollen spielen. Die vier Männer auf dem Dach ermöglichen dem Gelähmten eine ganz direkte und persönliche Begegnung mit Jesus. Die anderen stehen eigentlich zwischen Jesus und dem Suchenden. Und das ist der Punkt, an dem ich mich und auch wir als Gemeinde uns immer wieder überprüfen sollten, ob wir Suchenden durch unser Verhalten den Zugang zu Jesus verwehren oder demjenigen einen persönlichen Zugang zu Gott verschaffen.

Wir sollten also glaubwürdig sein in dem, was wir sagen und in dem, wie wir uns unserem Nächsten gegenüber verhalten.


25. Januar 2021 (M. Röder)

„Die beiden wichtigsten Tage im Leben sind der Tag, an dem du geboren wirst, und der Tag, an dem du herausfindest, warum.“ 

Mark Twain

Das „Ewige Leben“: wann oder ab wann haben wir es?

"Als Martha hörte, dass Jesus auf dem Weg zu ihnen war, ging sie ihm entgegen; Maria aber blieb zu Hause. »Herr«, sagte Martha zu Jesus, »wenn du hier gewesen wärst, wäre mein Bruder nicht gestorben! Aber auch jetzt weiß ich: Was immer du von Gott erbittest, wird er dir geben.« »Dein Bruder wird auferstehen«, gab Jesus ihr zur Antwort. »Ich weiß, dass er auferstehen wird«, erwiderte Martha. »Das wird an jenem letzten Tag geschehen, bei der Auferstehung der Toten.« Da sagte Jesus zu ihr: »Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. Und wer lebt und an mich glaubt, wird niemals sterben. Glaubst du das?« »Ja, Herr«, antwortete Martha, »ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.«"

Johannes 11,20-27

Unser irdisches Leben beginnt mit unserer Geburt und endet unweigerlich mit unserem irdischen Tod. Jesus zeigt uns in der Lazarus-Geschichte, dass er eine andere Grenze zieht zwischen "Tot-Sein" und "Lebendig-Sein". Durch Ihn dürfen wir wissen, dass wir mitten im Leben nicht auf ein Jenseits „vertröstet“ werden, sondern im Hier und Jetzt schon dieses neue Leben genießen dürfen. Das ewige Leben beginnt in dem Augenblick, wenn ich mich für den Glauben an Jesus Christus entscheide. Eigentlich müsste auf unserem Grabstein neben dem Geburtsdatum auch das Datum stehen, an dem wir Gott unser Leben anvertraut haben. Der Zeitpunkt unseres Todes spielt dann „nur“ eine untergeordnete Rolle.

"Jesus spricht zu Marta: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben."

Nicht nur existieren, sondern wirklich leben, dazu befreit uns unser Glaube an Gott.

„Wirklich zu leben ist das Kostbarste auf der Welt. Die meisten Menschen existieren bloß, sonst nichts.“ 

Oscar Wilde


18. Januar 2021 (M. Röder)

Gott plant den Weg - Von einer Wolke geführt

"Und es geschah, als der Pharao das Volk ziehen ließ, da führte sie Gott nicht auf die Straße durch das Land der Philister, obwohl sie die nächste war; denn Gott sprach: Es könnte das Volk reuen, wenn es Kämpfe vor sich sehen würde, und es könnte wieder nach Ägypten umkehren. Darum führte Gott das Volk einen Umweg durch die Wüste am Schilfmeer. […] Und der HERR zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht ziehen konnten. Die Wolkensäule wich nie von dem Volk bei Tag, noch die Feuersäule bei Nacht."

2. Mose 13, 17-22

Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt. Für uns als Christen aber führen alle unsere persönlichen Lebenswege schlussendlich zu Ihm. Und wir dürfen gewiss sein, dass Gott alle Wege mit uns geht. Er hat es uns versprochen.

"Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende."

Matthäus 28, 20b

Er lässt uns nicht allein. Er ist unser Wegbegleiter. Er wird uns sicher führen und uns Orientierung geben.

Aufgrund unserer persönlichen Verschiedenheit und Vielfalt, erleben und erfahren wir unseren Glauben auf unseren Wegen auch unterschiedlich. Durch respektvollen Dialog miteinander, durch „miteinander im Gespräch bleiben“ über unseren Glauben an Gott, sind wir Gottes Kirche und werden so für unser Umfeld „glaub-würdig“. Jeder von uns macht seine persönlichen geistlichen Lebenserfahrungen, die man keinem absprechen darf und kann.

So wie Gott für uns persönlich eine Wohnung bereitet hat, so persönlich sind auch unsere Wege zu Ihm.

"In meines Vaters Haus sind viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, so wollte ich zu Euch sagen: Ich gehe hin euch die Stätte zu bereiten."

Johannes 14, 2


11. Januar 2021 (M. Röder)

"Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, denn durch mich."

Johannes 14,6

Der Weg ist das Ziel <=> Unser Weg hat ein Ziel

Seit unserer Geburt sind wir unweigerlich auf unserem (Lebens-)Weg unterwegs. Und jeder Weg hat eine (Aus)-Richtung. Wir als Christen sind aufgrund der Zusage Gottes davon überzeugt, dass unser Weg nicht auf ein Ende zu, sondern einem Ziel entgegen geht.

Unsere Kurzformel lautet: Unser Weg hat ein Ziel.

An dieses Ziel glauben wir, weil wir um die Liebe Gottes wissen. An Ihm als Weg, sollten wir unseren Weg ausrichten, denn er führt uns über die Erkenntnis, dass Er uns Hilfe und Richtung weist, hin zum ewigen Leben.

Das Leben "vor dem Tod“ ist anders, wenn ich es lebe im Hinblick auf mein Leben "nach dem Tod“. Daher meine Gewissheit: Mein Weg hat ein Ziel!

"Du zeigst mir den Weg, der zum Leben führt."

Psalm 16,11


04. Januar 2021 (M. Röder)

"Gib Gott keine Versprechen. Erlaub Ihm lieber, seine Verheißungen in deinem Leben zu verwirklichen!"

H. J. Eckstein

"Und ich will euch ein neues Herz und einen neuen Geist in euch geben und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben."

Hesekiel 36, 26

Wir sollen nicht nur die Woche zwischen Weihnachten und Neujahr Christ sein, sondern alle 12 Monate im Jahr.

Was wir von Weihnachten ins neue Jahr mitnehmen sollten: 

Wir sollten, wie die drei Sterndeuter, die den Stern beobachteten und ihm folgten, die Welt und unsere Umgebung beobachten, überlegen und dafür offen sein, wo Gott uns Aufgaben stellt, um diese dann gemeinsam mit seiner Hilfe anzugehen.

So wie die Hirten begeistert von Jesu Geburt erzählten, so sollen auch wir von Gottes Frohbotschaft erzählen, aber nicht nur reden, sondern auch glaubwürdig vorleben, nach dem Motto: „Taten sagen mehr als 1000 Worte.“

"Lasst uns nicht lieben mit Worten noch mit der Zunge, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit."

1. Johannes 3,18


 

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